Dr. phil. Wolfgang Baumann
ANTIQUITÄTEN UND KUNSTHANDLUNG
gegr. 1909


 

Spätgotisches Tafelbild
Heilige Walburga und Heilige Margarete
wohl Schwaben um 1500

Öl/Tempera auf Holz gemalt, Die Tafel wurde im 19. Jh. in der Stärke mittig durchsägt, um zwei Bilder von der Vorder- und Rückseite des ehemaligen Altarflügels zu gewinnen – eine damals gängige Praxis. Rahmen mit Wasserschlag im Stil der Spätgotik ergänzt.
Höhe 146 cm; Breite 70 cm

Auf einer gefliesten Estrade, die an eine Wiese mit Blumen und Heikräutern anschließt, stehen zwei weibliche Heilige vor einem aufgespannten Vorhang mit Fransenbesatz.

Im weiß-schwarzen Habit der Benediktinerinnen erscheint links die Heilige Walburga. Sie trägt mit ihrer rechten Hand ein Buch, das in grünes Leder gebunden ist. Darauf steht ein Glasfläschchen für das Walburgisöl – ihr Attribut. In ihrer linken Hand hält sie den goldenen Äbtissinenstab.

Rechts steht Margarete mit einem Jungfrauenkränzchen auf ihrem Haupt. Die blonden Haare fallen in Strähnen herab. Die Jungfrau trägt ein prächtiges rot-grünes Kleid. Sie blickt neugierig aus dem Bild heraus auf den Betrachter und bekämpft nebenbei mit einem Patriarchenstab den kleinen geifernden grünen Drachen zu ihren Füßen.

Die Heiligenscheine sind mit pastosen Rändern versehen und vergoldet.

Das Tafelbild gehörte ursprünglich zu einem Drehflügel vom Schrein eines kleinen spätgotischen Flügelaltares.

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